Laudatio Berufswahlsiegel 2015

Berufswahlsiegel 2015 - Hauptschule Wermelskirchen

(...) Sehr geehrte Damen und Herren,

ein neuer Durchgang der Zertifizierung liegt hinter uns und mit uns meine ich neben allen Beteiligten insbesondere mein Juryteam, bestehend aus den Herren Bornhöft, Rademann und Saalfeld.

Wir vier hatten das Vergnügen das Audit für die zweite Re-Zertifizierung an der Städtischen Hauptschule in Wermelskirchen durchzuführen.

Wie uns allen bekannt ist, beginnen Geschichten und Erfolgsgeschichten mit „es war einmal…“.

Keine Sorge, ich möchte Ihnen nun nicht ein Wintermärchen erzählen, auch wenn am 03. Februar diesen Jahres, am Audittag, Wermelskirchen sich im festen Griff des Schnees sah. Nein, ich möchte Ihnen vielmehr von Tatsachen berichten, die die Jury dazu bewogen haben, der von Herrn Lehr geführten Hauptschule in Wermelskirchen, erneut das Berufswahlsiegel zu erteilen.

 Bereits nach der Durchsicht der schriftlichen Bewerbungsunterlagen zur Re-Zertifizierung wurde der Eindruck vermittelt, dass das vorhandene Berufsorientierungsangebot einer kritischen Überprüfung durch die Schule unterzogen wurde und noch einmal ausgebaut und unpassende oder nicht mehr aktuelle Bausteine aussortiert wurden. Dieser erste Eindruck wurde dann vor Ort durch die übersichtlich ausgelegten und nachhaltig dokumentierten Unterlagen bekräftigt - sei es durch die Vorlage einer Pressemappe oder die Auslage von Projektarbeiten oder Evaluationsergebnissen, es war alles vorhanden. Dieses gesamtheitliche Bild setzte sich dann in den Gesprächsrunden, sowohl mit den Schülerinnen und Schülern als auch mit den Lehrern fort.

Die Schülerinnen und Schüler berichten sofort ohne Berührungsängste über ihr Verständnis von Berufsorientierung. Es war von diesen als selbstverständlich erachtet worden, dass man in der modernen Berufswelt flexibel sein muss und ggf. eine längere Fahrtstrecke samt Frühstück beim Opa oder sogar einen Umzug für eine Ausbildungsstelle in Kauf nehmen muss. Sämtliche Schülerinnen und Schüler waren unglaublich motiviert und haben konkrete Perspektiven, wie ihr zukünftiges Berufsleben ausgestaltet sein muss. Dabei wurde zum Ausdruck gebracht, dass ihnen für die Berufsorientierung die durchlaufenen Praktika sehr halfen. Genauso aber auch die abgehaltenen „Zukunftskonferenzen“ mit den Lehrern.

Bei diesen „Zukunftskonferenzen“ setzen sich Lehrer und Eltern einmal pro Halbjahr mit dem jeweiligen Schüler zusammen und es wird die konkrete Berufsorientierung besprochen mit dem Inhalt, hat sich etwas verändert oder was ist gleich geblieben und hat sich gefestigt.

 Auch dieser Punkt ist ein Baustein, an dem sich das systematische Engagement der Lehrer an der Hauptschule in Wermelskirchen ersehen lässt. Dass an dieser Stelle nicht Schluss ist, sondern ein weit darüber hinausgehendes persönliches Engagement der Lehrer gleichfalls gegeben ist, war auch an dem Beispiel erkennbar, dass eine Lehrerin im Rahmen eines Praktikums eines Schülers diesen auf der Baustelle vor Ort in Köln besuchen wollte, der Schüler jedoch schon an einer anderen Baustelle war und die Lehrerin sich kurzer Hand Kontaktdaten besorgt hat und zu dieser neuen Baustelle gefahren ist, um zu sehen, was ihr Schüler macht.

Einfach toll, beeindruckend und anerkennenswert so ein Einsatz.

An dieser Stelle könnte ich noch vieles mehr aufführen, möchte ich aber aufgrund des Zeitrahmes nicht tun.

Zusammenfassend ist jedoch festzuhalten, dass die Hauptschule in Wermelskirchen das Thema „Berufswahlorien-tierung“ ganzheitlich lebt durch unaufhörliches persönliches Engagement. Es darf nicht erst ministerialer Entscheidungen oder Vorgaben, um den Jugendlichen eine Berufsorientierung zu geben. Die Lehrerschaft und die Schulleitung greifen mit ihren Vorstellungen und Handeln eng ineinander, vorhandene Netzwerke werden genutzt, neue werden ausgebaut. Es ist eine nachhaltige Systematik vorhanden, die immer wieder der Eigenüberprüfung unterzogen wird. Somit gibt es „trotz“ der zweiten Re-Zertifizierung immer wieder eine merkbare Weiterentwicklung. Dies ist besonders anerkennenswert und herauszuheben, insbesondere vor dem Hintergrund der auslaufenden Schulform „Hauptschule“.

Daher kann man insgesamt nur sagen, die Hauptschule in Wermelskirchen weiß ganz klar, was der „Auftrag“ der Vermittlung einer Berufsorientierung an und für Schülerinnen und Schüler bedeutet. Man kann hier von einer Musterschule im Sinne des Berufswahlsiegels sprechen. Dem konsequent folgend, ist der Hauptschule Wermelskirchen zwingend das Berufswahlsiegel wieder zu verleihen.

Hierzu liebe Hauptschule Wermelskirchen und lieber Herr Lehr, hierzu unseren herzlichen Glückwunsch.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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Kreishandwerkerschaft Bergisches Land

 am 23. April 2015

Bitte beachten Sie, dass letztendlich das tatsächlich gesprochen Wort gilt.

 

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