Schulprogramm - Kooperationsfelder im sozialpädagogischen Bereich

Das Schülercafe - Kristallisationspunkt für die sozialpädagogische Arbeit

Das Schülercafe ist eine feste Einrichtung und wesentliche Ausgangsbasis für viele der übrigen Projekte. Es ist ein Treffpunkt und einKommunikationszentrum für Schüler untereinander und mit den Sozialpädagogen.

Die täglichen Öffnungszeiten sind von 7.00 Uhr - 8.30 Uhr und 11.30 Uhr - 14.30 Uhr. Die Schüler finden hier einen Freiraum, in dem kein Leistungsdruck herrscht, in dem sie aktiv oder passiv sein können. Hier wird der morgendliche Small-Talk gehalten, man orientiert sich und informiert sich, man macht Hausaufgaben oder liest in den ausgelegten Tageszeitungen und Jugendmagazinen. Darüber hinaus steht ein breites Spielesortiment zur Ausleihe zur Verfügung. Tischtennisplatte, Kicker, Jakkolo, Carrom, Disc-Boccia runden das Angebot für die Aktiven ab. Für den musikalischen Hintergrund sorgt das Radio.

An der Theke können die Schüler kleinere Gerichte, Brötchen, Snacks und Getränke kaufen. Eine Schülergruppe von ehrenamtlichen Helfern übernimmt Service, Planung und Gestaltung des Cafés. Unter ihnen befinden sich Kontakt- und Rollensuchende aber auch Vertreter der einzelnen Peer-Groups. Der Sozialpädagoge steht ihnen helfend zur Seite. In einer wöchentlichen Gruppenstunde werden Erfolge und Schwierigkeiten besprochen, neue Pläne geschmiedet aber auch das Miteinander gepflegt. Auch zum Teil „schwierige Schüler“ finden hier eine Möglichkeit über eine ernstzunehmende Betätigung ihr Selbstbewusstsein zu steigern und eine neue Rolle auszufüllen.

Die Besucher stellen einen repräsentativen Querschnitt durch die Schülerschaft der Schule dar. Es treffen sich ca. 50 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig im Café, über den Tag verteilt sind es bis zu 120 verschiedene. Man kann davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der Schule in der Woche das Café besuchen.

Der Sozialpädagoge, der ständig anwesend ist, steht als Ansprechpartner für alle Befindlichkeiten der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Für viele ist er Vertrauensperson und Berater. Anderen gibt er Informationen oder leitet bei Spielen an. Neben dieser direkten Hilfestellung für die Kinder und Jugendlichen stellt die Arbeit im Schülercafé für den Sozialpädagogen ein Stimmungsbarometer dar. Er erfährt was in ist und was out ist, lernt Trends und Bedürfnisse kennen. Dabei kann er Anregungen für neue Angebote bekommen, die er dann entweder selbst oder mit Schülern oder in Kooperation mit Lehrern durchführt.

So ergeben sich hieraus weitere Aufgabenfelder, die er außerhalb der Öffnungszeiten des Schülercafés durchführt. Dies sind zur Zeit:

  •         Spiel-, Sport- und Spaßangebote während der Pausen
  •         Klassenspezifische Angebote, z.B. thematisierte Spielstunden für die 5. Klassen
  •         Beratung und Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium bezogen auf einzelne Schüler,
      Schülergruppen und Klassen
  •         Hilfestellung bei der Vorbereitung und Durchführung von Klassenveranstaltungen, zum Teil
      auch Klassenfahrten
  •         Vorbereitung und Durchführung eigener Projekte
  •         Vermittlung von weitergehender Beratung und Hilfe für Schüler, die sich an den
      Sozialpädagogen gewandt haben.

Insgesamt schafft die Arbeit des Sozialpädagogen Freiräume, Beziehungen und Perspektiven, die die Lehr- und Lernsituationen an der Hauptschule verbessern. Dieses weite Aufgabenfeld kann er sicherlich nicht als Einzelkämpfer alleine bewältigen. Er braucht die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und die Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen und dem Städt. Jugendamt.



Kooperation mit den Bezirkssozialarbeitern des Städt. Jugendamtes

In enger Verbindung mit diesen Aktivitäten steht die Kooperation mit den Bezirkssozialarbeitern des Städtischen Jugendamtes. Ein stabiles Element stellt dabei die wöchentliche Beratungsstunde eines Bezirkssozialarbeiters in der Schule dar. In der Pause, aber auch freigestellt vom Unterricht, in Absprache mit den Lehrern, können Schüler ihn bei großen und kleinen Problemen aufsuchen. Dieses Angebot, das über Plakate, Handzettel und Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt gemacht wird, nutzen die Schüler intensiv. Oft ist es auch ein Hinweis des Sozialpädagogen oder eines Lehrers, der einen Schüler oder eine Schülerin in die Beratungsstunde führt. In 85 % der Fälle sind es familiäre Probleme, die den Anlass für das Gespräch darstellen. Aber auch wenn jemand mit demGesetz in Konflikt gekommen ist oder Probleme im Freundeskreis hat, wendet er sich an den Bezirkssozialarbeiter.

Die regelmäßige Anwesenheit des Bezirkssozialarbeiters führt auch zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Lehrern. So wenden sich Lehrer an ihn, wenn in ihrer Klasse ein Schüler Schwierigkeiten hat, bei denen sie Hilfsmöglichkeiten durch das Jugendamt vermuten. Oft bildet diese Kooperation zwischen Lehrern und Bezirkssozialarbeitern die Brücke, über die der Schüler gehen kann.

Sich beraten in rechtlichen Fragen und über verwaltungsmäßige Abläufe aber auch der Wunsch nach Kompetenzerweiterung rundet die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Bezirkssozialarbeitern ab.

Ein weiteres Projekt in der Zusammenarbeit zwischen Bezirksozialarbeitern und Schule stellt die präventive Unterrichtseinheit zum Thema Jugendkriminalität dar. Gemeinsam mit den Lehrern der neunten Klassen wird diese geplant und durchgeführt. Dabei stehen folgende Elemente im Mittelpunkt:

 

  •         Unterschied Strafrecht/Zivilrecht
  •         Bedeutung von Jugendgerichtshilfe
  •         Ablauf eines Jugendstrafverfahrens
  •         Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung
  •         Folgen von Straftaten

Diese enge Zusammenarbeit verändert die Sicht der Institutionen Schule und Jugendamt für alle Beteiligten.

Durch die personalen Kontakte werden die Rollen und Aufgabenfelder des jeweiligen Partner - Lehrer oder Sozialarbeiter - vertrauter und klarer. Der andere ist nicht mehr „nur“ der Vertreter einer Berufsgruppe, sondern eine Person, zu der man eine Beziehung entwickelt.

So lernen Lehrer und Sozialarbeiter die gegenseitigen Möglichkeiten und Grenzen kennen und akzeptieren.

Es lässt sich eine erstaunliche Entwicklung bei allen Beteiligten erkennen:

Wo zunächst oft nur Intervention oder Information erwartet wurde, schätzt man nun immer mehr die Wirksamkeit des Sich-Beratens.



Weitere Kooperationsfelder

Neben diesem oben beschriebenen Bereichen bestehen noch weitere Aufgaben, Projekte und Einrichtungen, in denen das Jugendamt und die Hauptschule oft bzw. ständig zusammenarbeiten. Diese Kooperationsfelder werden im folgenden Schema dargestellt.

 

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