Grundsätze
Eine Schule kann nur ihren Aufgaben gerecht
werden und ein lebendiges System bleiben, wenn sie ihre Arbeit immer wieder reflektiert,
Veränderungen in der relevanten Umwelt wahrnimmt und entsprechend agiert.
Auf dieser Einsicht basiert unsere Arbeit an der
systematischen Entwicklung unseres Schulprogramms, das diesen Aspekten Rechnung
trägt. Es geht immer wieder darum
- die Realität wahrzunehmen und zu analysieren
- Bewährtes zu bewahren
- neue Ziele zu definieren
- neue Inhalte und Methoden zu entwickeln und zu erproben
- Erreichtes kritisch zu werten
und dann erneut in den Prozess der o.g. Schritte
einzutreten.
Die Schwerpunkte unserer Arbeit
In dieser Form bilden sich vier Bereiche heraus, in denen
wir vor allem die Schwerpunkte unserer Arbeit setzten:
- Inhalte und Methoden des Unterrichts in der Erprobungsstufe
- Differenzierung und Förderung
- Berufswahlvorbereitung im Unterricht, in Praktika und
Projekten
- Projekte und Maßnahmen im außerunterrichtlichen Bereich
Durch diese Arbeit schärft sich das Profil unserer
Schule und wird immer mehr ausdifferenziert.
Deutlich wird dabei auch unsere Sicht von Schule. Sicher
steht im Mittelpunkt unserer Arbeit immer der Unterricht mit seiner Wissens- und
Qualifikationsvermittlung. Dabei ist es jedoch wichtig, den ganzen Menschen in
seinen Lebenszusammenhängen im Auge zu halten.
Unterricht findet nicht in einer Laborsituation statt,
sondern muss die Gesamtsituation der jungen Menschen mit einbeziehen. Schule muss sich
öffnen zur Gesellschaft hin, in der die Schüler leben und für die sie befähigt
werden sollen.
Unterricht und Erziehung, Arbeit und Freizeit, gemeinsame
Aktivitäten, Konfliktbewältigung, Freiräume für kreatives Gestalten, aber auch Hilfen
in Krisen und bei der Lebensplanung gehören zum Leben in der Schule.
Aspekte der Umsetzung
Die
Kommunikationskultur
Die Grundlage dieser Prozesse bildet die
Kommunikationskultur, die in einer Schule gepflegt wird. Ausschlaggebend ist hierfür eine
Haltung, die bestimmt wird von einem Bemühen um gegenseitige Akzeptanz und Offenheit.
Dies gilt sowohl für den Arbeitsstil innerhalb des Lehrerkollegiums wie auch für das
Verhältnis zu Schülern und Eltern.
In einer solchen Atmosphäre können wir über
Schwierigkeiten sprechen, gegensätzliche Sichtweisen verdeutlichen und gemeinsame
Lösungen suchen.
Ein weitgehender Konsens in den Grundhaltungen und Zielen
ist Voraussetzung für erfolgversprechende pädagogische Arbeit. Dabei müssen wir uns
bewusst sein, dass die Form, in der dieser Konsens immer wieder angestrebt und eingehalten
wird, die Basis für das Klima der Schule bildet.
Die
Kooperation nach Innen
Auf dieser oben beschriebenen Basis sind klare Absprachen
der Strukturen hinsichtlich der Kooperationsformen in der Schule notwendig, die Austausch,
Planung und Zusammenarbeit ermöglichen und fördern.
Die Konferenzstruktur
Neben dem täglichen informellen Austausch und den
Arbeitsgruppen, die zu einzelnen Themenschwerpunkten gebildet werden, gilt folgende
Regelung:
- Eine ganztägige Tagung pro Halbjahr mit Schwerpunkten wie
Bilanzierung, Planung, Fortbildung
- Eine Gesamtkonferenz pro Monat für alle Kolleginnen und
Kollegen
- Regelmäßige Teamsitzung pro Monat für
Klassenlehrer/innen jeder Jahrgangsstufe
- Mindestens eine Fachkonferenz pro Halbjahr
Die Teamentwicklung
Die Erkenntnis, dass regelmäßiger
Erfahrungsaustausch, Entwicklung gemeinsamer Konzepte bis hin zur gemeinsamen Planung von
Unterrichtseinheiten die tägliche Arbeit erleichtern und verbessern, führt zu folgenden
Absprachen:
- Die Teams, die in einer Jahrgangsstufe unterrichten, sollen
so zusammengesetzt sein, dass möglichst wenige Personen den Unterricht der Stufe
abdecken. Dabei sollte möglichst niemand nur in einer Klasse unterrichten, sondern auch
noch mindestens in einer Parallelklasse.
- Die Unterrichtseinheiten, zumindest in den Fächern
Deutsch, Mathematik, Englisch werden abgesprochen und ggf. gemeinsam geplant. Die
Klassenarbeiten werden in der Regel parallel geschrieben. Dabei soll jeder Kollege seine
Stärken einbringen und gleiche Anteile von Arbeit übernehmen. Auf diese Weise wird der
Erfahrungsaustausch gefördert und ein vergleichbarer Leistungsstandard erreicht.
Die Zusammenarbeit mit den Schülern
Ziel aller Bemühungen ist es, Schülerinnen und
Schüler zu befähigen, als selbstbewusste und mündige Menschen in Gesellschaft und Beruf
ihr Leben zu gestalten. Sie erwerben die notwendigen Schlüsselqualifikationen, indem sie
Spielräume für die Entwicklung eigener Ideen erhalten, Lernprozesse transparent sind und
Anregungen ernstgenommen werden. Daraus entwickeln sich Selbstwertgefühl und
Identifikation mit der Arbeit.
Dies kann nur gelingen in einem Klima von gegenseitiger Achtung, von Zutrauen und
Vertrauen, Förderung und Forderung.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern
Eltern sind die wichtigsten Partner
für die Arbeit in der Schule. Neben der Zusammenarbeit in den Mitwirkungsgremien müssen
vielfältige Möglichkeiten des Kontaktes gesucht und gefördert werden:
- In Beratungsgesprächen geht es nicht darum, nur
Ratschläge zu erteilen, sondern sich gemeinsam zu beraten.
- Bei Klassenveranstaltungen, Projekten, Schulfesten u.ä.
können sie ihre Kompetenzen einbringen und wertvolle Partner sein.
- Der "Schulverein" hat neben der finanziellen
Unterstützung der Schule die Aufgabe, Gelegenheiten zu schaffen, bei denen Eltern sich
zwanglos engagieren bzw. kennenlernen und informieren können. Dies sind z.B.
künstlerische bzw. handwerkliche Kurse, gemeinsames Basteln für Basare, Informations-
und Beratungsveranstaltungen zu Themen wie Gesundheitserziehung, Drogenprophylaxe,
Hausaufgaben, u.ä.
Die
Kooperation nach Außen
Wenn Schule nicht eine Insel sondern Teil der Gesellschaft
sein will, muss sie sich öffnen und ein Netz der Kooperation zu vielfältigen
außerschulischen Partnern entwickeln. Dies sind:
- Partner in den Bereichen Beratung und Jugendhilfe wie z.B.
Jugendamt, Arbeitsamt, Erziehungsberatung, schulpsychologischer Dienst, Polizei usw.
- Partner in den politischen Gremien wie Schulausschuss und
Jugendhilfeausschuss
- Partner in Handwerk, Handel, Verwaltung und Industrie
- Partner in abgebenden und aufnehmenden Schulen
- Partnerschaft zu Vereinen und Verbänden
Diese Partnerschaft muss regelmäßig gepflegt und darf
nicht nur punktuell gesehen werden. Vielmehr sollen die beteiligten Personen auch in die
Planungsprozesse und zum Teil auch in Unterrichtsprozesse einbezogen sowie ein
regelmäßiger Austausch gepflegt werden. Nur wenn alle Beteiligten sich ernstgenommen
fühlen und auch einen "Gewinn" für sich sehen, wird ein längerfristiger
Kontakt möglich sein.
Ein Schulprogramm, das sich diesen Grundsätzen verbunden
fühlt, wird immer zugleich Beschreibungen des Ist-Zustandes und programmatische Aussagen
enthalten. Niemals jedoch kann es fertig sein. Deshalb haben wir uns gegen die Form einer
Broschüre und für eine Lose-Blattsammlung entschieden.