Die Praktische Philosophie ist ein neues Fach in
Nord-Rhein-Westfalen und wird in einigen Schulen in den 9. und 10. Klassen im Schulversuch
erprobt; gleichzeitig werden Lehrer und Lehrerinnen entsprechend ausgebildet.
In Wermelskirchen nimmt die Hauptschule an diesem Versuch teil. Der Unterricht richtet
sich an diejenigen SchülerInnen, die weder evangelisch noch katholisch sind oder aus
anderen Gründen nicht am Religionsunterricht teilnehmen und bisher - eine sehr
unbefriedigende Situation - entweder frei hatten oder "irgendwie" betreut
wurden. Im Zentrum des Unterrichts steht die Begegnung und Auseinandersetzung mit
Grundproblemen menschlichen Lebens, mit Sinn- und Wertfragen. Die Schülerinnen und
Schüler sollen dabei unterstützt werden, begründete Wertmaßstäbe zu entwickeln, die
sinnvolle Lebensführung und verantwortliches Handeln ermöglichen.
Inhaltliche Grundorientierung bieten Menschenrechte, Grundgesetz und Landesverfassung.
Sieben Fragenkreise umreißen die Themen des Fachs:
l. Die Frage nach dem Selbst
2. Die Frage nach dem Anderen
3. Die Frage nach dem guten Handeln
4. Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft
5. Die Frage nach Natur und Technik
6. Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien
7. Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn
Wird zum Beispiel "Glück und Sinn des Lebens" aus dem Letztgenannten
Fragenkreis zum Thema des Unterrichts, sollen Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen
und Fragen dazu artikulieren, sich mit entsprechenden gesellschaftlichen Leitbildern und
Problemen wie Werbung und Reichtum auseinandersetzen und schließlich den Antworten der
Religion und der Philosophie begegnen.