Käseblatt: Über 60 Jahre nach deinem ersten Auftritt kommt aus Detroit/USA eine
Neuauflage. Wärst du nicht lieber in Würde zum Oldtimer gereift?
Käfer/Beetle: Wenn ich für eingeschworene Käfer-Fans sprechen soll, muss ich sagen:
Ja. Aber die Idee eines Revival hat mich gereizt.
Käseblatt: Wie hat die Karriere begonnen?
Käfer/Beetle: Meine Story beginnt in der dunkelsten Epoche der Deutschen Geschichte.
Im Jahr 1933 "spendiert" Adolf Hitler dem Konstrukteur Ferdinand Porsche 400.000
Reichsmark. Vorgaben: ein preiswertes, zuverlässiges Auto für Jedermann. Einheitsfarbe
war graublau, einziger Luxus war ein Faltdach.
Käseblatt: Damals bekamst du auch deinen Namen "Käfer"?
Käfer/Beetle: Die Amerikaner haben mich so getauft. Während meine Erfinder mich
schlicht "Volkswagen" nannten, haben die Amis mein "wahres Ich" sofort
erkannt. Und das aus der Luft. Nach Aufklärungsflügen über Germany berichten sie schon
1938 in ihrer Heimat von einem "shiny little beetle" auf Deutschlands Straßen.
Dabei blieb es.
Käseblatt: Dann wurdest du immer flotter?
Käfer/Beetle: Stimmt! Mit der Blechkiste, die im Auftrag der Nazis entwickelt wurde,
hatte ich schon in den 50er Jahren mehr zu tun. Und mit den ersten Auto- Radios kam
Stimmung ins Armaturenbrett. Nicht zu vergessen, die legendäre Blumenvase am
Armaturenbrett in den 60ern. Das war Flower Power pur.
Käseblatt: Und im Heck der luftgekühlte Boxermotor. War fast so laut wie ein
Motorrad.
Käfer/Beetle: Tja, vorbei. Alle werden leiser und stromlinienförmiger - ich leider
auch. Aber dafür kräftiger: Mein neues Herz ist ein Vierzylindermotor mit 115 PS. Dazu
Extras wie Klimaanlage, Diebstahlsicherung, ABS und Sitzheizung. Aus dem KdF-Wagen (Kraft
durch Freude) für 1000 Reichsmark wurde das Wunder der Zukunft (ab 34600DM).
Käseblatt: Apropos Zukunft!
Käfer/Beetle: Ich bin seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt. Natürlich möchte ich
die Verkaufszahlen nach der ,,Gesichts-Operation" von 20 Mio. nach toppen.
Käseblatt: Wir danken für dieses freundliche Interview.